Aktueller Pfad

Nationalpark Halbinsel Zapata
Der Nationalpark ist seit 2001 Weltbiosphärenreservat und Ramsar-Ort. Er befindet sich auf der Halbinsel gleichen Namens, nimmt eine Fläche von 5000 Quadratkilometern ein und ist das größte und am besten erhaltene Feuchtgebiet der karibischen Inseln. Es ist ein nationales, regionales und weltweites Naturreservoir mit fragilen Ökosystemen und bedeutenden Naturvorkommen.
Das Bodenrelief ist eben, nur durch die Flussniederungen des Hatiguanico und Hanábana unterbrochen, wobei letzterer sein Wasser in die Laguna del Tesoro (Schatzlagune) einspeist, die eine der größten Lagunen des Landes ist. Dort wurde ein Dorf der Taíno-Indianer, der Ureinwohner Kubas, nachgebildet. An den Küsten gibt es Unterwasserhöhlen und Wasserlöcher von außerordentlicher Schönheit.
Das Gebiet zeichnet sich durch eine große Vielfalt von Ökosystemen aus, in denen man über tausend Pflanzenarten registriert hat, darunter 130, die nur auf Kuba, und fünf, die nur in dieser Region vorkommen. Es herrschen Sumpf- und Mangrovenwälder und Wiesen vor.
Die Tierwelt ist mit 37 Reptilienarten und 13 Amphibien vertreten. Unter den endemisch vorkommenden Reptilien verdient das kubanische Krokodil (Rhombifer), dessen Habitat weltweit am stärksten kontrolliert wird, besondere Beachtung. Zu seinem Schutz und seiner Entwicklung gibt es in dieser Region eine international anerkannte wissenschaftliche Zuchtstation.
In der Region sind reichlich See- und Süßwasserfische vorhanden, darunter eine Besonderheit, das Manjuarí, das aufgrund seiner primitiven Körperstruktur zu den lebenden Fossilien zählt. Dennoch und bedingt durch die biologische Vielfalt der Ökosysteme, sind die Vögel auf der Halbinsel in der Überzahl. Von 354 Vogelarten, die auf ganz Kuba registriert wurden, entfallen 65% (170 Arten) auf diese Region. Das macht die Vogelbeobachtung zu einem der wichtigsten touristischen Angebote dieses Gebiets.
In diesem Habitat nisten Arten wie die Kuba-Amazone, der Kuba-Sittich, die Zapata-Ammer und der Hummelkolibri (auch Fliegenvogel genannt), eine vom Aussterben bedrohte endemische Vogelart. Dazu gehören auch zwei als Reliquien zu bezeichnende lokale endemische Arten wie die Cevera-Ralle und der Kuba-Zaunkönig. Auch die rosa Flamingos leben hier. Die Halbinsel Zapata ist außerdem ein bevorzugter Aufenthaltsort zahlreicher Zugvögel, sowohl Land- als auch Seevögel.
Auf der Halbinsel Zapata wurden viele archäologische Überreste aus der Zeit vor Kolumbus gefunden. Auch die in dieser Region vorhandenen Kanäle zur Verbindung der Flüsse, von frühen Siedlern geschaffen, sind Teil der Geschichte der Region, ebenso das Museum von Playa Girón (Schweinebucht), wo Zeugnisse der söldnerischen Invasion von 1961 aufbewahrt werden.
Der Nationalpark Halbinsel Zapata bietet alles, was Naturfreunde und Menschen mit Abenteuergeist begeistern kann. Hier können sie die Schönheiten der Natur und die Kultur eines Territoriums kennenlernen: Sie können die einzigartigen Landschaften während einer Rundfahrt durch einige Gebiete des Biosphärenreservats und des Nationalparks erleben, können durch Zonen mit Karstgestein und Wasserlöchern wandern, die Flora und Fauna verschiedener Ökosysteme anschauen, endemische kubanische Vogelarten beobachten und haben außerdem die Möglichkeit, in dem kristallklaren und kühlen Wasser zu baden, das dem Höhlensystem der Halbinsel Zapata entspringt und kleine Seen bildet.
ZU BESICHTIGENDE WANDERPFADE
Wanderpfad Río Hatiguanico
Von der Anlegestelle aus geht es mit dem Boot auf eine schöne Fahrt auf dem Fluss Hatiguanico entlang, einem der wasserreichsten und wichtigsten Flüsse Kubas. Während der Fahrt von etwa 14 km Länge, die sicher in guter Erinnerung bleiben wird, kann man die einzigartige Landschaft im Herzen der Halbinsel Zapata mit ihrer üppigen Vegetation der verschiedenen Mangroven -einem bedeutenden Unterschlupf für Meerestiere– sowie die umgebenden Sumpfwiesen beschauen. Ebenso kann man viele Fischarten, Wasservögel –wovon einige lokal endemisch sind-, Reptilien und Säugetiere beobachten.
Die Fahrt geht bis zur Quelle dieses Flusssystems mit seinem kristallklaren Wasser und bis den Zuflüssen des Guareiras und des Gonzalo. Folgt man diesen, erreicht man den Graben Zanja de Santo Tomás und kann hier den abrupten Wechsel der Vegetation sehen. Auch der Wechsel der Wasserlebewesen springt ins Auge.
Dauer: 4 Stunden
Länge: 30 km
Wanderpfad Las Salinas
Dieser Ausflug ist eine harmonische Kombination von Wanderung und Bootsfahrt, beginnend in Playa Larga wandert man einen Weg parallel zur Westküste der Schweinebucht entlang. Während der Wanderung kommt man durch mehrere Waldgebiete mit unterschiedlicher Vegetation, vorbei an ausgedehnten Lagunen mit sehr flachem Wasser, an den Habitaten verschiedener Vogelarten, darunter insbesondere der Flamingos und der Wasservogel Sevilla. Eine weitere Attraktion dieser Wanderung ist die Möglichkeit zur Fernbeobachtung einiger endemischer Arten wie der Zapata-Ammer und dem Hummelkolibri, auch Fliegenvogel genannt. Von Las Salinas aus wird die Tour auf dem Wasserwege mit kleinen Booten über die Binnenlagunen bis zur kleinen Insel Cayo Venado fortgesetzt. Die Fahrt kann auf andere Inseln ausgedehnt werden, um auch dort verschiedene Arten von Wirtelschwanzleguanen, Kuba-Baumratten und Krokodilen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.
Dauer: 4 Stunden
Länge: 25 km
Seen- und Höhlensystem
Von zahlreichen geografischen Besonderheiten und einer vielfältigen Vegetation geprägt, findet man hier eine natürliche Umgebung von einmaliger Schönheit und von großem landschaftlichem Interesse. Diese Umgebung hat sich aus Karstlagunen und einem umfangreichen System von Höhlen herausgebildet, die unter Wasser stehen und sich über mehr als 30 km von Playa Larga bis Caleta El Toro ausdehnen. Einbegriffen sind Dutzende von Wasserlöchern, darunter mit etwa 70 m einige der tiefsten, die im Lande vorkommen. Zu diesem System gesellen sich verschiedene Arten der breit gefächerten Flora und Fauna dieser Region, darunter zahlreiche Spechtarten, außerdem Kuba-Amazonen, Kuba-Sittiche, Habichte, Kubanische Klettervögel, Kolibris und viele andere. Einer der vorbereiteten Wanderwege reicht von der Höhle Cueva de los Peces bis zur Landspitze Punta Perdiz, ein anderer von Caleta Buena bis Bermeja.
Dauer: 3 Stunden
Wanderpfad Los Enigmas de las Rocas
Das ist eine weitere exzellente Gelegenheit zum Kennenlernen der einzigartigen Landschaft des Seen- und Höhlensystems der Halbinsel Zapata. Der Rundgang bietet verschiedene Landschaftsbilder aus Karstgestein: unter Wasser befindliche Formationen wie Dolinen, Brunnen und Lapiés neben einem tektonischen Bruch, der fast parallel zur Schweinebucht verläuft und sich zu der von Wäldern geschützten Küstenzone hin öffnet. Der Wanderpfad lässt den Blick auf die hier vorkommenden attraktiven Karstlandschaften frei, einschließlich ihrer Flora und Fauna.
Der Pfad ermöglicht zwei unterschiedliche Wanderungen. Der Zugang erfolgt über einen Forstweg von etwa 340 m Länge, der zum Eingang der Höhle El Brinco führt, dem ersten Karstgebilde, das man zu Gesicht bekommt. Von hier aus beginnt der erste der beiden Wanderwege mit einer Länge 864 m. Auf diesem ersten Weg kommt man an verschiedenen Ökosystemen, schönen Landschaften und einer reichen Flora und Fauna vorbei. Besonders anziehend wirken das Sumpfgebiet mit seinen Sumpfwiesen, eine natürliche steinerne Brücke, mehrere unter Wasser stehende Höhlen und Wasserlöcher, tektonische Falten, Fossilien im Karst, Waldgebiete und verschiedene Ausblicke auf die Halbinsel.
Der zweite Weg hat eine Länge von 1207 m. Der Anfang ist bis zur Clara-Höhle der gleiche wie Weg 1. Von da aus kann man dann wieder an der tektonischen Falte entlang gehen, wo sich ein schön entwickeltes Waldgebiet, zwei Brunnen und unter Wasser stehende Höhlen anschließen, in deren von der Natur geformten Becken man ein Bad nehmen kann. Die Wanderung endet nach dem Durchqueren eines Forstes in der Nähe der Straße Playa Larga - Playa Girón.
Dauer: 3 Stunden