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Valle de Viņales


Etwa 200 Kilometer südwestlich von Havanna, in der Provinz Pinar del Rio, liegt das Tal von Vinales ("Valle de Vinales") - eine der schönsten Landschaften Kubas! Bizarre Kalksteinkegel ("Mogotes"), ragen aus der Talebene. Die stark bewachsenen Felsen waren einst die Säulen eines gewaltigen Höhlensystems, welches sich vor rund 160 Millionen Jahren ausgeformt hatte. Im Lauf der Zeit stürzten die meisten Höhlen auf Grund der starken Kalksteinverwitterung ein. Heute schlummern die Berge wie träge Riesentiere im Tal. Deshalb nennen die Einheimischen die "Mogotes" auch Elefantenrücken ...

Das Valle de Vinales ist Bauernland. Neben Mais, Bohnen und Malanga (auch Yuca oder Maniok genannt), wird hier vor allem Tabak angebaut. Es soll der beste Tabak der Welt sein! Im Gegensatz zu anderen tropischen Pflanzen benötigt Tabak eine fast grenzenlose Zuwendung. Ein kubanisches Sprichwort sagt, "Tabak kannst du nicht einfach pflanzen, den musst du heiraten".

Seit dem 18. Jahrhundert werden Zigarren in Fabriken hergestellt. Dabei wird den Arbeiterinnen und Arbeitern vorgelesen. Vormittags aus der Tageszeitung und nachmittags aus Romanen. Marken wie "Montecristo" oder "Romeo und Julia" haben ihren Namen aus dieser Tradition. Eine echte Havanna ist reine Handarbeit von der Aussaat bis zur Auslieferung sind fast 100 Arbeitsgänge notwendig

Geologie des Valle de Vinales

Das Gestein im Valle de Vinales gehört zum geologisch ältesten Teil Kubas. Es entstand vor rund 160 Mio. Jahren. Durch Erosion (Verkarstung) entstanden die Kalkfelsen, Mogotes, denen die Region ihren Reiz verdankt. Unterirdische Fließgewässer gruben sich in das weiche Kalkgestein und schufen teils gewaltige  Höhlen. Im Laufe der Zeit sind diese eingestürtzt. Stehen geblieben ist dabei der heute sichtbare, charakteristische Kegelkarst, die "Mogotes". Diese erreichen eine Höhe von bis zu 400 Metern! Zahlreiche Höhlen und unterirdische Flüsse sind noch heute Zeugen dieses geologischen Prozesses.


Flora und Fauna

Aufgrund des extrem porösen Untergrundes existiert an den Steilwänden der "Mogotes" eine einzigartige Vegetation, die sich dem schnell versickernden Rgenwasser angepasst hat. Insgesamt gibt es 20 Arten, die nur im Viñales-Tal anzutreffen sind. Eine besonders interessante Pflanze im Tal ist der kubanische Palmfarn. Er ist, wie seine Verwandten bei den Palmfarnen, ein lebendes Fossil, das sich kaum mehr seit dem Karbon verändert hat. Als besondere Tierart gibt es ein rattenähnliches Nagetier, die Jutia. Außerdem existieren 64 verschiedene Vogelarten im Naturschutzgebiet Valle de Vinales.


Sehenswürdigkeiten

Zu den Hauptattraktion des Tales zählen vor allem die Landschaft selbst, die Flora und Fauna und auch der Ort Viñales. Zwei Höhlensysteme sind touristisch erschlossen: Die "Cueva del Indio", die "Cueva de San Miguel" hinzu kommt die Caverna de Santo Tomás. Ein weiterer Anziehungspunkt ist das "Mural de la Prehistoria". Ein 1961 vom mexikanischen Künstler Leovigildo González Morillo auf einem Kalkfelsen geschaffenes Kunstwerk. Der künstlerische Wert des Werkes ist umstritten, es beeindruckt jedoch durch seine Dimensionen, da es 120 m hoch und 180 m breit ist!